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10,2 Millionen Euro für wissenschaftliche Instrumente am FRM II

02.08.2010

Die Geräte sind riesig. Die Strukturen, die damit untersucht werden, liegen im Nanometer-Bereich. Mit insgesamt 10,2 Millionen Euro unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Projekte von Universitäten und Instituten für Großgeräte an der Forschungs-Neutronenquelle.


Eine Hochdruckpresse zur Untersuchung von Gestein mit Neutronen unter extremen Bedingungen wird ebenfalls am FRM II aufgebaut werden. Der Prototyp der Anlage steht bereits an der Universität Bayreuth.

Innerhalb der Verbundforschung „Erforschung kondensierter Materie an Großgeräten“ werden seit dem 1. Juli dieses Jahres 13 Projekte am FRM II für drei Jahre gefördert.

„Diese sogenannte Verbundforschung ist von kaum zu unterschätzender Bedeutung für die Verankerung universitärer Kompetenz in die Nutzung von Großforschungseinrichtungen wie dem FRM II. Dies ist bereits die fünfte Förderperiode, in der seit 1998 Mittel aus der Verbundförderung des BMBF an der Forschungs-Neutronenquelle in Großgeräte investiert werden. Das zeigt die enorme Dynamik, die in der Erforschung kondensierter Materie am FRM II steckt“, sagt Prof. Dr. Winfried Petry, Wissenschaftlicher Direktor des FRM II.

Neue wissenschaftliche Instrumente wie das Hochintensitätsdiffraktometer POWTEX der RWTH Aachen, der Georg-August Universität Göttingen und des Forschungszentrums Jülich sowie das Kalte Dreiachsenspektrometer KOMPASS der Universität zu Köln und von TUM-Professor Peter Böni am Physik-Department werden mit jeweils mehr als einer Million Euro unterstützt. Für die Nutzung polarisierter Neutronen an dem Instrument POLI-HEIDI in der Experimentierhalle des FRM II erhielt die RWTH Aachen weitere 1,2 Millionen Euro.

An dem Diffraktometer POWTEX, das in der neuen Neutronenleiterhalle Ost des FRM II errichtet werden soll, wird mit 2 Millionen Euro eine Hochdruckpresse der Universität Bayreuth errichtet. Hier werden Geologen Gestein unter hohem Druck und extremen Temperaturverhältnissen mit Neutronen untersuchen, um Bedingungen im Erdinneren zu simulieren. Diese Kombination von hohem Druck, hoher Temperatur und Neutronendiffraktion schafft weltweit einzigartige  Experimentierbedingungen.

Weitere Projekte werden ebenfalls am FRM II realisiert. Allein am Instrument NEPOMUC, der weltweit intensivsten Positronenquelle, werden von Prof. Peter Böni des Physik-Departments der TUM, der Universität der Bundeswehr München, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1,7 Millionen Euro investiert. Positronen, die Antiteilchen der Elektronen, machen einzelne fehlende Atome in Materialien sichtbar. Außerdem warb Prof. Dr. Christian Pfleiderer vom Physik-Department der TUM 400.000 Euro für die Entwicklung eines Hochfeldmagneten in der Neutronenstreuung ein.

Weitere Projekte, die in der Verbundforschung gefördert werden, sind die Polarisationsanalyse am Dreiachsenspektrometer PUMA des FRM II von der Georg-August-Universität Göttingen (rund 600.000 Euro) und das Projekt NanoSOFT der Ludwig-Maximilians-Universität München, das Grenzschichten in Biomembranen am Reflektometer REFSANS des FRM II untersucht (ca. 300.000 Euro).