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Bund stärkt Neutronenforschung in Garching

17.12.2010

Die wissenschaftliche Nutzung der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) durch deutsche und internationale Forscher wird für die nächsten zehn Jahre mit insgesamt 198 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Weitere 105,2 Millionen werden die Helmholtz-Zentren Jülich, Berlin und Geesthacht aus ihren Budgets aufwenden.


Die Verträge wurden im Gebäude des Institute for Advanced Study der TU München unterzeichnet. Vorne v.l. n. r: Thomas Frederking (HZB), Dr. Ulrich Krafft (FZJ), Prof. Dr. Dr. hc mult. Wolfgang A. Herrmann (TUM), Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla (HZB), Prof. Dr. Wolfgang Kaysser (HZG), Prof. Dr. Andreas Schreyer (HZG). Sowie hinten v.l. nach r.: Prof. Dr. Dieter Richter (FZJ), MinDirig Dr. Karl Eugen Huthmacher (BMBF), MD Dr. Wilhelm Friedrich Rothenpieler (StMWFK), Prof. Dr. Winfried Petry (TUM) und Albert Berger (TUM).

Die Neutronenforschung in Deutschland wird künftig am FRM II in Garching gebündelt.

Grundlage ist eine Kooperation der Technischen Universität München (TUM) als Betreiberin des FRM II mit den Helmholtz-Zentren zur gemeinsamen wissenschaftlichen Nutzung der Neutronenquelle.

Den Rahmen setzt nun eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Bund und Freistaat, die heute der Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Dr. Friedrich Wilhelm Rothenpieler, und der Leiter der Abteilung für Grundlagenforschung am BMBF, Dr. Karl Eugen Huthmacher, in Garching unterzeichnen. Den Kooperationsvertrag unterschreiben heute der Präsident der TUM, Professor Wolfgang A. Herrmann, das Vorstandsmitglied des Forschungszentrums (FZ) Jülich, Professor Ulrich Krafft, der Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums Geesthacht, Professor Wolfgang Kaysser, und die Geschäftsführerin des Helmholtz Zentrums Berlin, Professor Anke Pyzalla-Kaysser.

Der Vertrag regelt, dass der Bund die wissenschaftliche Nutzung des FRM II über die drei Helmholtz Zentren mit jährlich 19,8 Millionen Euro unterstützt. Zusätzlich engagieren sich die drei Helmholtz-Zentren unter Federführung des Zentrums in Jülich mit jährlich 10,52 Millionen Euro in der Neutronenforschung. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 10 Jahren.

„Die vielseitige Nutzbarkeit der Garchinger Neutronenquelle gewinnt aus der Kooperation zwischen der TUM als verantwortlicher Betreiberin und drei Helmholtz-Zentren eine neue Qualität“, sagt TUM-Präsident Professor Wolfgang A. Herrmann. „Grundlage für diese Zusammenarbeit ist das weltweit unübertroffene Leistungsspektrum unserer Neutronenquelle, das Forscher aus der ganzen Welthierher zieht. Eine ideale Abrundung wäre eine gemeinsame Professur mit dem Forschungszentrum Jülich auf dem Gebiet der Neutronenforschung.“

Auf Grundlage dieses Engagements wird zukünftig die wissenschaftliche Nutzung von der TU München und den drei Helmholtz-Zentren partnerschaftlich betrieben. Die Technische Universität München bleibt weiterhin die alleinige Betreiberin der Neutronenquelle. Deshalb werden Reaktorbetrieb und Forschung auch zukünftig vom Freistaat mit insgesamt 25 Millionen Euro jährlich finanziert.

Der Wissenschaftliche Direktor des FRM II, Professor Winfried Petry, ist stolz über die Förderzusage: „Das Engagement der Helmholtz-Zentren und des BMBF ist der beste Indikator, dass wir bisher Außerordentliches geleistet haben. Der FRM II liefert für die Forschung Neutronenstrahlen höchster Brillanz. Seine Instrumente spielen in der ersten Liga. Mit dieser Förderung erhalten wir die Mittel, um das Potential der Neutronenquelle zur Unterstützung der deutschen und internationalen Spitzenforschung noch besser auszuschöpfen“.

Konkret werden die Fördermittel in den Bau neuer Instrumente, den Ausbau bereits bestehender Instrumente sowie in eine Aufstockung des technischen und des wissenschaftlichen Personals fließen. Außerdem müssen neue Büros und Labors für die zusätzlichen Mitarbeiter geschaffen werden. Derzeit stehen den Gastwissenschaftlern aus aller Welt bereits 24 Instrumente am FRM II zur Verfügung. Schon bald werden es über 30 Großinstrumente sein. Die Messzeiten am FRM II sind höchst begehrt. Sie sind mehr als doppelt überbucht und werden über ein Antragssystem von Gutachtern nach wissenschaftlicher Exzellenz vergeben. Mit Neutronen erforschen die Wissenschaftler die Funktion komplexer Materialien, wie Energiespeicher, Proteine oder Supraleiter.

Der Kooperationsvertrag ist eine Erweiterung der bereits 2004 vereinbarten Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Jülich, das am FRM II eine eigeneAußenstelle eingerichtet hat. Die Helmholtz-Zentren in Jülich, Geesthacht und Berlin engagieren sich bereits seit fünf Jahren in Aufbau und Betrieb von wissenschaftlichen Großgeräten an der Garchinger Neutronenquelle. Allen voran betreibt das FZ Jülich bislang fünf Instrumente am FRM II, weitere fünf werden folgen. Die Zentren in Geestacht und Berlin haben in Garching jeweils zwei bzw. ein Instrument, die Max Planck Gesellschaft ebenfalls zwei Instrumente. Die TUM wird 14 Instrumente betreuen, ein weiteres Instrument betreibt die Technische Universität München gemeinsam mit dem FZ Jülich. Darüber hinaus sind Arbeitsgruppen von sieben weiteren deutschen Universitäten an der Instrumentierung beteiligt. Auch deren Engagement wird vom BMBF im Rahmen der Verbundforschung gefördert.

Weitere Informationen und Pressespiegel:

Pressemitteilung des Helmholtzzentrums Geesthacht

Pressemitteilung des Forschungszentrums Jülich

Pressemitteilung des Bayerischen Wissenschaftsministeriums

Süddeutsche.de

t-online.de

nanotechwire.de

biotech-bayern.de

weltderphysik.de