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DFG-Förderung für FRM II

19.11.2009

Das Transregio-Projekt der TU München und der Universität Augusburg „From Electronic Correlations to Functionality“, das zu einem großen Teil den FRM II zu Messungen nutzen wird, wurde jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) bewilligt.


Supraleitende Grenzflächen wie hier zwischen den Isolatoren Strontiumtitanat und Lanthanaluminat werden im Transregio untersucht.

Logo des Transregio TRR 80.

Insgesamt wird der Transregio TRR 80 mit 8 Millionen Euro über einen Zeitraum von vier Jahren gefördert. Bei erfolgreichem Verlauf ist eine Verlängerung der Förderung auf bis zu zwölf Jahre mit einem Fördervolumen von 25 bis 30 Millionen Euro möglich. Ziel des Transregio ist es, neuartige Materialien zu untersuchen, die elektronische Bauteile oder magnetische Speicher revolutionieren können. „Der FRM II wird dabei eine zentrale Rollen spielen“, betont der Sprecher des neuen Transregios, Prof. Dr. Jochen Mannhart, Inhaber des Lehrstuhls für Experimentalphysik VI an der Universität Augsburg.

Am FRM II werden sieben der insgesamt 16 genehmigten Projekte des Transregio neue  Phänomene mit Hilfe von Neutronen und Positronen charakterisieren, deren Eigenschaften durch die Wechselwirkung der Elektronen untereinander maßgeblich bestimmt sind. Prof. Dr. Christian Pfleiderer vom Lehrstuhl E21 am Physik Department der TUM ist mit zwei Projekten erfolgreich gewesen: Bei „Stabilizing Magnetic Order under Extreme Conditions“ wird er zusammen mit seiner Lehrstuhlkollegin Dr. Sarah Dunsinger eine neue Apparatur am FRM II-Instrument MIRA bauen, um magnetische Strukturen unter extremen Bedingungen zu messen. Zum zweiten wird er im Projekt „Single Crystal Growth of Metals with Complex Order“ neu gezüchtete Kristalle mit Neutronen messen.

Positronen aus dem Instrument NEPOMUC an der Neutronenquelle werden ein neuartiges Instrument versorgen, dass von Dr. Christoph Hugenschmidt und Prof. Dr. Peter Böni vom Physik-Department-Lehrstuhl E21 aufgebaut wird. Dr. Volker Eyert von der Universität Augsburg wird mit theoretischen Rechnungen die Auswertung der Messungen ermöglichen. Ziel ist es, elektronische Strukturen von verschiedenen Materialien zu bestimmen.

Ein viertes Projekt, das die Forschungs-Neutronenquelle in Garching nutzen wird, befasst sich mit magnetischen Schichten. Dr. Andreas Schmehl und Prof. Mannhart von der Universität Augsburg führen die neutronenreflektometrischen Messungen gemeinsam mit Prof. Böni (TUM) durch. Prof. Böni ist noch an einem dritten erfolgreichen Projekt des TRR 80 beteiligt: Gemeinsam mit Dr. Dunsinger und Dr. Schmehl wird er elektronische Wechselwirkungen mit hohen mechanischen Spannungen manipulieren. Neutronenmessungen am FRM II-Instrument MIRA sind Teil dieses Projekts.

Ebenfalls zwei Projekte führt Prof. Dr. Bernhard Keimer vom Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart innerhalb des Transregios TRR 80 am FRM II durch. Gemeinsam mit seinem Institutskollegen Dr. Thomas Keller bestimmt er die Lebensdauer von magnetischen Anregungen in Festkörpern. Magnetische Ordnungsphänomene wie sie etwa bei der Hochtemperatur-Supraleitung von Bedeutung sein könnten, untersucht Prof. Keimer in einem zweiten Projekt mit seinem Institutskollegen Dr. Vladimir Hinkov.

Links:

Pressemitteilung der TU München

Pressemitteilung der Universität Augsburg