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Glocker-Medaille der DGMP für Prof. Peter Kneschaurek

12.09.2015


v.l.n.r.: Prof. Dr. Michael Molls, Prof. Dr. Peter Kneschaurek, Prof. Dr. Jürgen Reichenbach (Foto: Philipp Jarkusch)

12.09.2015

Während der 46. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik e. V. (DGMP) vom 9.-12. September 2015 in Marburg erhielt Prof. Dr. med. habil. Dr. rer. nat. Peter Kneschaurek vom Klinikum rechts der Isar die Glocker-Medaille für seine langjährigen Verdienste um die Medizinphysik. Die Glocker-Medaille wird seit 2002 in Erinnerung an Richard Glocker (1890-1978), den letzten Doktoranden bei Wilhelm Conrad Röntgen, verliehen.  

Auch der FRM II hat ihm viel zu verdanken und gratuliert ihm zu dieser verdienten Ehrung: „Prof. Kneschaurek hat schon unter Prof. Lothar Koester die Bestrahlungsanlage am alten FRM mitgeplant und war von 1985 bis 2000 der Medizinphysikexperte für die Bestrahlung von 715 Patienten. Er hat seine große Erfahrung in den Aufbau und den Betrieb der Patientenbehandlung am FRM II tatkräftig eingebracht“, erläutert Prof. Petry.  

Kneschaurek ist eigentlich Physiker und promovierte mit einem Thema aus der Halbleiterphysik am Physikdepartment der TUM. Er arbeitete zunächst am Forschungsreaktor FRM in Garching bevor er Ende der 70er Jahre ans Klinikum rechts der Isar ging; wo er sich intensiv in die Strahlenbiologie und die Strahlentherapie einarbeitete. Schließlich habilitierte er sogar mit einem Thema aus der Medizinphysik, der Brachytherapie, die umschlossene Strahlenquellen unmittelbar neben dem Tumor innerhalb des Körpers zur Therapie benutzt. Von 1988 bis zu seinem Ruhestand 2012 war er als akademischer Direktor Leiter der Medizinphysik in der Klinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie des TUM-Klinikums.   Als Medizinphysiker war Kneschaurek immer ein wichtiges Bindeglied zwischen den beiden Fachrichtungen; insbesondere rüstete er unter Prof. Alfred Breit und Prof. Michael Molls die Klinik für Strahlentherapie und radiologische Onkologie mit den modernsten Bestrahlungsgeräten aus und half so mit, dass aus dem „Institut für radiologische Strahlentherapie und Onkologie“ die „Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie“ wurde. Neben seiner Lehrtätigkeit in der Medizin an der TUM setzte er sich besonders für die Aus- und Weiterbildung von Medizinphysikern ein. Kneschaurek ist Autor oder Koautor von weit über hundert wissenschaftlichen Veröffentlichungen sowie Mitherausgeber des Fachjournals „Strahlentherapie und Onkologie“. Mit dem Eintritt in den Ruhestand konzentrierte er sich auf Gutachtertätigkeiten, denn er ist mit seiner großen und langjährigen Erfahrung weiterhin ein gefragter Fachmann.