anticache

Immer mehr Wissenschaftler drängen auf die Inbetriebnahme des FRM-II

19.04.2002


Dieser Tage fanden in Garching zwei Fachtagungen statt, die abermals die Dringlichkeit einer Inbetriebnahme der neuen Forschungsneutronenquelle FRM-II deutlich machen: Anfang April trafen sich etwa 50 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker in Garching, die den Bau der Instrumente und Experimente am neuen Reaktor durchführen. Diese Instrumente, die an verschiedenen Universitäten und Forschungszentren in der Bundesrepublik aufgebaut werden, gehen ihrer Fertigstellung entgegen und sind größtenteils bereits in Garching aufgestellt. Bevor diese Geräte für den Routinebetrieb freigegeben werden können, sind umfangreiche Testmessungen nötig, mit denen alle Funktionen der sehr komplizierten Apparate überprüft werden müssen. Viele dieser Kontrollmessungen können bei niedriger Strahlintensität durchgeführt werden und werden daher idealerweise gleichzeitig mit dem ersten Testbetrieb des Reaktors durchgeführt. Anhand de ersten Testmessungen, die sich über mehrere Monate erstrecken, können die optimalen Betriebsparameter ermittelt werden. Verzögerungen im Testbetrieb des Reaktors schlagen deshalb voll durch auf die Inbetriebnahme der Meßinstrumente.

Etwa 50 Wissenschaftler aus der Bundesrepublik und dem europäischen Ausland trafen sich zu einem Workshop über die Anwendung von Neutronen in der Kern- und Elementarteilchenphysik und für spezielle nukleare Anwendungen. Viele der hier behandelten Themen sind eng mit der Frage nach den fundamentalen Eigenschaften des Neutrons verknüpft, die mit den neuen Einrichtungen am FRM-II untersucht werden können. Besonderes Interesse fanden die Pläne für einen sog. Spaltproduktbeschleuniger, der - einzigartig in der Welt - in Garching geplant ist und der eine wertvolle Ergänzung der Beschleuniger in Darmstadt und in Genf am CERN darstellt. Eine weitere weltweit singuläre Installation am FRM-II wird die Positronenquelle darstellen, die u. a. für ein Positronenmikroskop genutzt werden soll, das an der Bundeswehruniversität in Neubiberg entwickelt wurde. Wissenschaftliche Vorsprünge, die in den letzten Jahren erarbeitet wurden, gehen irreparabel verloren, wenn der FRM-II nicht in allernächster Zeit in Betrieb genommen werden kann.