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Wissenschaftler fordern 3. Teilgenehmigung für den FRM-II

01.12.2002

Max-Planck-Wissenschaftler stellen ihr Instrument am FRM-II vor: Materialforschung auf atomarer Ebene


Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft und der Technischen Universität München stellen am 5. November 2002 ihr weltweit einzigartiges Instrument zur Materialforschung an der Forschungs-Neutronenquelle FRM-II der TU München in Garching vor. Das dreiachsige Neutronen-Resonanz-Spinecho-Spektrometer (NRSE-TAS) erlaubt erstmals die Messung der Lebensdauer von Schwingungen des Atomgitters (Phononen) und magnetischen Anregungen (Magnonen) mit einer Genauigkeit, die mit bisherigen Methoden nicht zugänglich war. Eine wesentliche Motivation für den Bau des Spektrometers, das am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart unter Leitung von Prof. Bernhard Keimer entwickelt wurde, ist die eingehende Erforschung der Supraleitung, für die Wechselwirkungen von Elektronen, Gitterschwingungen und magnetischen Anregungen verantwortlich sind. Vermutlich lässt sich dadurch auch die Hochtemperatur-Supraleitung verstehen. Durch das neue Spektrometer könnten diese bisher nur in Berechnungen vorliegenden Daten einem detaillierten experimentellen Test unterzogen werden.

Das Gerät gehört zu den 19 fertig gestellten Instrumenten am FRM-II, die auf ihren Einsatz warten. Solange der FRM-II nicht in Betrieb geht und Neutronen liefert, sind sie nutzlos. Daher appellieren Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft und der TU München an die Bundesregierung anlässlich der Vorstellung des Spinecho-Spektrometers, endlich die 3. Teilgenehmigung für den FRM-II zu erteilen und die Inbetriebnahme nicht weiter zu verzögern.

Der Aufbau und die Nutzung des Spektrometers am FRM-II durch Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) ist Teil der institutsübergreifenden Max-Planck-Forschungsinitiative "Materialforschung mit Neutronen2, die im Jahr 2000 gegründet wurde. Zusätzlich zu Mitteln aus den Institutshaushalten wurde die Initiative mit 4 Mio. Euro aus zentralen MPG-Mitteln ausgestattet. Viele Max-Planck-Institute arbeiten in der Materialforschung, für die Neutronen eine wichtige Sonde sind. Der FRM-II eröffnet dafür einzigartige Möglichkeiten.

Die Veranstaltung findet statt am
Dienstag, 5. November 2002, von 14.30 -15.30 Uhr
im Hörsaal 1450, Fakultät für Maschinenwesen,
Boltzmannstraße 15, 85748 Garching

Anschließend wird das Spektrometer in der Experimentierhalle des FRM-II besichtigt.

Medienvertreter sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen. Zur Besichtigung des FRM-II ist ein Personalausweis oder Reisepass erforderlich. Wir bitten um Anmeldung beim Besucherservice des FRM-II unter der Telefonnummer 089-12147 oder per Email(presse@frm2.tum.de).