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Für eine Neutronenforschung in der Mitte der Gesellschaft
Bei einem Besuch an der Forschungs-Neutronenquelle in Garching betont ein hochrangiger Vertreter des Bundesforschungsministeriums die hohe Bedeutung der Wissenschaft mit Neutronen für zukünftige Technologien.

Hochrangige Ministeriumsvertreter zu Besuch an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) v.r.: Dr. Adalbert Weiß, Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (StMWFK), Prof. Dr. Wolfgang A. Herrmann, Prof. Dr. Winfried Petry, Dr. Karl Eugen Huthmacher, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Sebastian Schmidt (FZJ), Dr. Anton Kastenmüller, Albert Berger (Kanzler) und Dr. Wolfgang Zeitler, StMWFK.
Der Besuch von Ministerialdirektor Dr. Karl Eugen Huthmacher vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) dokumentiert die gute Zusammenarbeit zwischen dem Bund und dem Freistaat Bayern. Der Leiter der Abteilung 7 „Zukunftsvorsorge – Forschung für Grundlagen und Nachhaltigkeit“ des BMBF war auf Einladung von Ministerialdirektor Dr. Adalbert Weiß, Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, zu einem Informationsbesuch nach Garching gekommen. „Die wissenschaftliche Einrichtung einer nationalen Neutronenquelle ist nicht nur für Bayern, sondern für ganz Deutschland von großem Nutzen“, sagte Weiß bei der Begrüßung des Gastes. Die Unterstützung des BMBF mit 200 Millionen Euro trage einen großen Anteil dazu bei, dass die Einrichtung effizient betrieben werden kann. Huthmacher betonte: „Wir müssen der Gesellschaft noch stärker deutlich machen, wie wichtig und entscheidend die Wissenschaft ist, die an der Forschungs-Neutronenquelle in Garching betrieben wird.“
Der Präsident der Technischen Universität München, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang A. Herrmann, hob hervor, dass sich die Forschungs-Neutronenquelle wie erhofft als sehr starker Magnet für Wissenschaftler erwiesen habe und einen wunderbaren Beitrag leiste, die großen technischen Entwicklungen der Gesellschaft weiter voranzubringen. Prof. Dr. Sebastian Schmidt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich, ergänzte: „Wissenschaftliche Durchbrüche, beispielsweise im Bereich Energie oder zukünftiger Informationstechnologien, können wir maßgeblich und entscheidend mittels Neutronenforschung erreichen.“
Beim Rundgang unter der Führung von Prof. Dr. Winfried Petry, Wissenschaftlicher Direktor der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II), konnten sich die hochrangigen Ministeriumsvertreter von der Spitzenforschung überzeugen, die an der Forschungs-Neutronenquelle betrieben wird. Die Wissenschaftler erforschen hier die Grundlagen von zukünftigen Energiespeichertechniken, Informations- und Kommunikationstechnologien, Nanotechnologien, Biotechnologien und Mobilitätstechnologien. Darüber hinaus wird an der Forschungs-Neutronenquelle durch Neutronenbestrahlung sehr homogen dotiertes Halbleitermaterial hergestellt, das zum industriellen Einsatz in Hybridautos oder zum verlustarmen Stromtransport mittels Hochspannungs-Gleichstromtechnik kommen kann. Neuartige Radioisotope wie Luthetium-177 dienen außerdem der besseren Diagnostik und Therapie in der Nuklearmedizin. In Zukunft können an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) bis zu 50 Prozent des europäischen Bedarfs des für die Nuklearmedizin wichtigsten Isotops Molybdän-99 erzeugt werden. Die herausragende Forschung an der Neutronenquelle Garching bildet die Basis für neue Verfahren und Produkte, mit deren Hilfe die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen gemeistert werden können. Die sehr enge Zusammenarbeit mit Industriepartnern garantiert dabei, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse schnell in Zukunftstechnologien einfließen können.
Die wissenschaftliche Kooperation zwischen der Technischen Universität München, dem Forschungszentrum Jülich und den Helmholtz-Zentren Berlin und Geesthacht, die im vergangenen Jahr in Kraft getreten ist, stellt darüber hinaus sicher, dass die Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz noch stärker zum Vorteil der internationalen wissenschaftlichen Gemeinschaft genutzt werden kann. Pro Jahr kommen bisher mehr als 1.000 Wissenschaftler vor allem aus Europa, aber auch insbesondere aus Asien und Amerika an die Neutronenquelle nach Garching. Die im Aufbau befindliche Neutronenleiterhalle Ost wird die Attraktivität der Forschungs-Neutronenquelle für internationale Wissenschaftler weiter steigern. In Zukunft werden hier weitere sieben Instrumente für Spitzenforschung zur Verfügen stehen. Gemeinsam mit dem Forschungszentrum Jülich plant die Technische Universität München darüber hinaus, zwei neue Professuren am Physik-Department der TUM zu schaffen, wodurch die Forschung mit Neutronen in der Lehre noch stärker präsent sein wird.
Bei der abschließenden Diskussion hob der Wissenschaftliche Direktor Winfried Petry die hohe Qualität der Kooperation zwischen der Technischen Universität München und der Helmholtz-Gemeinschaft am Beispiel der Forschungs-Neutronenquelle hervor. Er dankte den Vertretern der beiden Ministerien für die hervorragende Unterstützung, ohne die die Spitzenstellung der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) in der internationalen Forschungslandschaft nicht möglich wäre.

