Standardrohrpost-Bestrahlungsanlage

Die Standardrohrpost-Bestrahlungsanlage (RPA) besteht aus sechs einzelnen Bestrahlungskanälen, die von einander unabhängig, jedoch bis auf die Höhenlage der Bestrahlungsposition im Moderatortank identisch sind. Diese vertikale Staffelung erlaubt es, eine der jeweiligen Problemstellung angepaßte thermische Neutronenflußdichte zwischen

  • 5x1012cm-2s-1 und
  • 2x1014cm-2s-1

zu wählen.

Alle Handhabungsvorgänge an der RPA finden in einem Raum (UJA05 29) statt, der ausschließlich diesem Zweck dient. Für die Bestrahlung in der RPA werden kleine Proben bis max. ca. 10cm3 in Kapseln aus Polyethylen (sogenannten Rabbits) verpackt und mit Kohlendioxid als Treibgas pneumatisch in die Bestrahlungsposition transportiert. Die Transportzeit für diesen Vorgang liegt im Bereich weniger Sekunden. Um eine definierte Neutronendosis applizieren zu können, ist damit eine Mindestbestrahlungszeit von ca. 30 Sekunden einzuhalten. Die maximale Bestrahlungsdauer beträgt ca. 5 Stunden. Sie ist durch die Verwendung von Polyethylen als Verpackungsmaterial vorgegeben.

Nach Abschluß der Bestrahlung werden die Proben auf dem gleichen Weg und die gleiche Weise zurückbefördert.

  • Jedoch wird jede einzelne der bestrahlten und damit aktivierten Probenin einer abgeschirmten Aklingposition zur Messung der induzierten Dosisleistung gestoppt. Erst nachdem durch Messung nachgewiesen wurde, daß die bestrahlte Probe aus strahlenschutztechnischer Sicht handhabbar ist, wird sie zum Weitertransport in die Ausgabestation freigegeben.
  • Vor der Ausschleusung aus der RPA wird nochmals die Dosisleistung der Probe gemessen und außerdem mit Hilfe eines Aerosolmonitors nachgewiesen, daß die Bestrahlung keine Kontamination des RPA-Kanals verursacht hat.

Anschließend wird die Probe aus der RPA ausgeschleust und in einer geeigneten Verpackung an den Besteller abgegeben. Alternativ kann die bestrahlte Probe aus der Abklingposition auch in eine Umladestation befördert werden, aus der sie - mit einer Umverpackung versehen - direkt über eine druckluftbetriebene Transportrohrpost dem benachbarten Institut für Radiochemie (RCM) als einem der häufigsten Nutzer der RPA zugestellt wird.

Charakteristische Daten der
Standardrohrpost-Bestrahlungsanlage
Probentransport:  
  • pneumatisch (CO2)
 
Thermischer Fluß:  
  • 2x1013cm-2s-1 ... 2x1014cm-2s-1
  • 5x1012cm-2s-1 ... 1x1014cm-2s-1
 
Bestrahlungszeit:  
  • Minuten ... Stunden
 
Positionen:  
  • 1 x 3
    (2x1013cm-2s-1 ... 2x1014cm-2s-1)
  • 1 x 3
    (5x1012cm-2s-1 ... 1x1014cm-2s-1)
 
Maximale Probengröße:  
  • 12cm3
 
Verpackung:  
  • Polyethylen