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Static and dynamic properties of a strong-leg spin-ladder
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- Abschaltstäbe
Beim FRM II gibt es außerhalb der Uranzone fünf Abschaltstäbe aus Hafnium. Im Betrieb des FRM II sind sie vollständig ausgefahren. Die Abschaltstäbe sind ein unabhängiges System, das den Reaktor aus jedem Betriebszustand sicher abschaltet. Sie sind diversitär zum zentralen Regelstab, mit dem der Reaktor ebenfalls abgeschaltet werden kann.
- Absorber
Der zentrale Regelstab und die Abschaltstäbe im Moderatortank werden als Absorber bezeichnet, da sie aus einem Material bestehen (am FRM II aus Hafnium), das langsame Neutronen sehr gut absorbiert.
- Aerosole
Aerosole sind Gase mit darin fein verteilten flüssigen oder festen Schwebstoffen.
- Aktivierung
Viele Atome einer bestrahlten Probe werden radioaktiv, wenn sie im Atomkern ein Neutron einfangen. Die bei einem Zerfall auftretende Strahlung ist charakteristisch für die jeweilige Atomart. Bei einer Aktivierungsanalyse werden daher gleichzeitig alle in einer Probe vorhandenen und aktivierbaren Atomsorten erkannt.
- Atom
Ein Atom ist das kleinste elektrisch neutrale Teilchen eines chemischen Elements. Atome sind mit chemischen Methoden nicht weiter zerlegbar. Physikalisch können sie in Elementarteilchen gespalten werden. Um den Atomkern herum bewegen sich negativ geladene Elektronen. Der Kern besteht aus Neutronen und positiv geladenen Protonen. Die Zahl der Protonen legt die Art (und den Namen) eines Atoms fest. Die Zahl der Neutronen kann variieren (siehe Isotope). Zur Masse eines Atoms tragen nahezu ausschließlich Protonen und Neutronen bei.
- Atom-Ei
Dies ist die volkstümliche Bezeichnung für Forschungs-Reaktor München (FRM), die von der Kuppelform des Bauwerks abgeleitet wurde. Das Atom-Ei bildete die Keimzelle für das Garchinger Forschungsgelände.
- Atomgesetz
Das Atomgesetz regelt die friedliche Verwendung der Kernenergie und den Schutz gegen ihre Risiken. Dieses Gesetz wird durch Verordnungen und Richtlinien ergänzt.
- Bq
- Abkürzung von:Becquerel
Der Physiker Henri Becquerel lebte von 1852 - 1908 und erforschte zunächst in Paris magnetische Effekte und die Phosphoreszenz. Er war maßgeblich an der Entdeckung der radioaktiven Strahlung des Urans beteiligt und erhielt 1903 gemeinsam mit dem Ehepaar Curie den Nobelpreis für Physik. Nach ihm ist die atomare Einheit des radioaktiven Zerfalls benannt (1Bq = 1 Zerfall/Sekunde). Die Anzahl der Zerfälle sagt noch nichts über die Wirkung der Strahlung aus (siehe Dosis).
- Brennelement
Brennelemente für Forschungsreaktoren sind aus Platten aufgebaut, die Uran als "Brennstoff" enthalten. Da das Uran dicht in Aluminium eingeschlossen ist, können die bei der Kernspaltung entstehenden radioaktiven Produkte nicht nach außen austreten. Durch die Zwischenräume der einzelnen Platten fließt Kühlwasser.
- Curie
Das Physikerehepaar Marie und Pierre Curie lehrte um die Jahrhundertwende an der Sorbonne in Paris. Sie entdeckten 1898 gemeinsam die radioaktiven Elemente Polonium und Radium. 1903 erhielten beide zusammen mit ihrem Lehrmeister Becquerel den Nobelpreis für Physik und 1911 Marie Curie alleine den Preis für Chemie. Nach ihr wurde früher die Einheit für die Radioaktivität benannt (1 Ci entspricht der Anzahl der Zerfälle von 1 g Radium pro Sekunde; 1 Ci = 3,7 * 1010 Bq).
- Deuterium
Siehe Isotop und schweres Wasser.
- Dosis/ Strahlendosis
Die Dosis ist ein Maß für die aufgenommene Energie bei der Wechselwirkung von Strahlung und Materie. Bei der biologischen Wirkung auf Gewebe wird ein Bewertungsfaktor berücksichtigt, so daß die Wirkung aller Strahlenarten vergleichbar wird. Die so bewertete Dosis wird in Sievert (Sv) angegeben.
- Dosisleistung
Die Dosisleistung ist die pro Zeiteinheit (z. B. pro Stunde oder Jahr) betrachtete Dosis. Als Einheit wird mSv/h verwendet.
- Elektron
Elektronen sind negativ geladene Elementarteilchen geringer Masse in der Hülle eines Atoms. Sie bestimmen im wesentlichen die Eigenschaften der Atome (Bildung von chemischen Verbindungen, elektrische Leitfähigkeit von Metallen usw.).
- Emission
Die von einer Anlage ausgehenden Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme oder (radioaktive) Strahlen und ähnliche Umwelteinwirkungen werden als Emissionen bezeichnet.
Die Emission radioaktiver Stoffe aus dem FRM II ist über den Luft- und Wasserpfad möglich. Sie werden zu keiner Belastung der Bevölkerung führen (siehe Anhang Seite 109, Vergleichswerte).- ESA
- Acronym für:
Die Europäische Versorgungsagentur (ESA) hat ihren Sitz in Brüssel und gehört organisatorisch zu EURATOM. Eine Aufgabe der ESA ist es, die Verhandlungen zur Versorgung mit Kernbrennstoff der angeschlossenen Staaten bzw. deren Forschungsreaktoren zu führen.
- EURATOM
- Acronym für:European Atomic Energy Community
EURATOM ist eine unabhängige internationale Behörde, die die ordnungsgemäße Verwendung von Kernbrennstoff in nuklearen Anlagen überprüft.
- eV
- Abkürzung von:Elektronenvolt
Die Abkürzung für die Energieeinheit Elektronenvolt, die oft bei atomaren Prozessen verwendet wird, ist eV. Wenn ein Elektron durch eine Spannung von 1 Volt beschleunigt wird, erfährt es den Energiezuwachs von 1eV.
- Exposition
Siehe Strahlenexposition.
- FRM
- Acronym für:Forschungs-Reaktor München
Forschungs-Reaktor München, auch "FRM-I" oder "Atom-Ei" genannt. Er steht auf dem TUM-Gelände in Garching und nahm 1957 seinen wissenschaftlichen Betrieb auf. Seitdem liefert er störfallfrei Neutronen für die Forschung. An ihm werden Arbeiten für Grundlagenforschung, Entwicklung neuer Methoden und Meßsysteme durchgeführt.
- FRM II
- Forschungsneutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz FRM II
Als FRM II wird die Forschungsneutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz FRM II abgekürzt. Er ist der Nachfolger des FRM und dient der kontinuierlichen, verbesserten Weiterführung des Forschungsprogramms. Er bietet erweiterte und neuartige Messmöglichkeiten durch einen höheren Neutronenfluss und höhere Kapazität.
- Genehmigungsbehörde
"Für die Genehmigung für den Bau und den Betrieb kerntechnischer Anlagen ist das StLMU (Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen) mit Sitz in München und das BMU (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit) in Bonn zuständig.
- Halbwertszeit
Die physikalische Halbwertszeit ist die Zeit, in der von einer Menge eines radioaktiven Stoffes die Hälfte zerfallen ist. Halbwertszeiten reichen von Bruchteilen von Sekunden bis zu vielen tausend Jahren. Die biologische Halbwertszeit ist die Zeit, in der ein biologisches System (z.B. Mensch oder Tier) die Hälfte der aufgenommenen Menge eines Stoffes (also auch von Radionukliden) wieder ausgeschieden hat. Beide Vorgänge laufen in biologischen Systemen unabhängig und gleichzeitig nebeneinander ab. Diese Kombination verkürzt die Zeit bis zur Abnahme auf die Hälfte der ursprünglichen Menge (effektive Halbwertszeit).
- Heiße (Neutronen-) Quelle
Die Heiße Neutronenquelle besteht beim FRM II aus einem Graphitzylinder von ca. 200 mm Durchmesser und 300 mm Höhe, der durch Gammastrahlung vom Reaktorkern aufgeheizt wird und im Gleichgewichtszustand im Zentrum eine Temperatur von ca. 2600 °C erreicht. Nach außen ist die Quelle doppelwandig isoliert. Die innere Wand der Quelle hat eine Temperatur von nur 82 °C. Ein "Durchbrennen" ist nicht möglich. Die Heiße Quelle dient der Steigerung der Neutronenenergie von 0,025 eV auf ca. 0,1 bis 1eV.
- IAEO
- Acronym für:Internationale Atom-Energie-Organisation
Die "Internationale Atom-Energie-Organisation", kurz IAEO oder IAEA, ist eine eigenständige Sonderorganisation der Vereinten Nationen zur Förderung und Kontrolle der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Sie wurde 1957 gegründet und hat ihren Sitz in Wien. Mitgliedsländer sind 123 Staaten, darunter alle Industriestaaten und China.
- Isotope
Ein Atom ist aus drei verschiedenen Elementarteilchen aufgebaut: Positiv geladene Protonen und ungeladene Neutronen im Atomkern werden von den negativ geladenen Elektronen in der Elektronenhülle umgeben. Die Zahl der Protonen wird Ordnungszahl genannt und ist für ein bestimmtes Element (samt den dazugehörenden Eigenschaften) charakteristisch. Dagegen kann bei ein und demselben Element der Atomkern unterschiedlich viele Neutronen haben. Atome mit gleicher Protonenzahl, aber unterschiedlicher Neutronenzahl werden Isotope genannt.
Der Kern des einfachsten Atoms, des Wasserstoffs, besteht nur aus einem Proton. Fängt dieses Proton ein Neutron ein, verdoppelt sich dessen Masse: Man spricht vom "schweren Wasserstoff", auch Deuterium genannt. Mit einem weiteren Neutron wird die Masse noch einmal vergrößert, man spricht vom "superschweren Wasserstoff" (Tritium). Die Isotope anderer Elemente behalten ihren Namen. Sie werden zur Unterscheidung mit der Summenzahl aus Protonen- und Neutronenzahl gekennzeichnet. Ein Uran-Atomkern besteht immer aus 92 Protonen. Beim Isotop U-238 sind 146 Neutronen vorhanden, im spaltbaren Uran-235 liegen drei Neutronen weniger vor.- Kalte (Neutronen-) Quelle
Die Kalte (Neutronen-) Quelle besteht aus einem Behälter mit ca. 25 Litern flüssigem Deuterium bei einer Temperatur von ca. 25 Kelvin (- 248 °C). Sie dient der Abkühlung thermischer Neutronen von 0,025 eV auf 0,005 eV.
- Kernkraftwerk
In einem Kernkraftwerk wird die bei Kernspaltung freiwerdende Energie in Wärme und diese über Dampfturbinen in elektrischen Strom umgewandelt.
- Kernreaktion, Kettenreaktion
Bei Kernreaktionen ändert sich die Masse des Atomkerns. Eine spezielle Kernreaktion ist die Uranspaltung. Dabei trifft ein langsames Neutron auf den Urankern, der dabei in Bruchstücke zerfällt und zwei bis drei schnelle Neutronen freisetzt. Die schnellen Neutronen müssen erst in einem Moderator abgebremst werden, um für eine neue Kernspaltung zur Verfügung zu stehen. Wenn nur so wenige Neutronen das betrachtete Volumen verlassen, daß gerade eines eine erneute Kernspaltung auslöst, dann liegt eine Kettenreaktion vor.
- Kollimator
Ein Kollimator ist eine massive Blende im Strahlengang, die den Strahlquerschnitt geometrisch festlegt.
- Kompaktkern (FRM II)
- Kompaktkern (FRM-II)
Der Reaktorkern des FRM II enthält nur ein einziges, zylinderförmiges Brennelement mit relativ kleinen Abmessungen. Es besteht aus zwei Aluminiumrohren mit Innen/Außendurchmessern von 118/243 mm, zwischen denen 113 evolventenförmig gekrümmte Brennstoffplatten eingeschweißt sind. Der Plattenabstand und somit die Kühlung sind überall gleich. Die aktive Höhe beträgt 700 mm. In den Brennstoffplatten sind insgesamt etwa acht Kilogramm Uran enthalten.
- Kontamination
Eine oberflächliche Verunreinigung mit (radioaktiven) Stoffen wird Kontamination genannt. Diese Verschmutzungen sind bei glatten Oberflächen abwaschbar.
- Konvektion
Als Konvektion bezeichnet man die Leitung von Wärme von einem heißen Körper an ein umgebendes, strömendes Medium wie Wasser oder Luft. Bei der Naturkonvektion wird die Strömung nicht von einer Pumpe angetrieben: Durch Dichteunterschiede steigt erwärmtes Wasser nach oben, kälteres strömt von unten nach.
- Konverter
Siehe Strahlrohrkonverter.
- Konzept FRM II
Das Konzept des FRM II sieht einen leichtwassergekühlten, besonders kleinvolumigen Reaktorkern im Zentrum eines großen Schwerwasser-Moderatortanks vor, der wiederum in ein großes, mit Leichtwasser gefülltes Reaktorbecken eingebaut ist. Bei diesem Konzept wird bei einer möglichst kleinen thermischen Leistung eine möglichst große nutzbare Neutronenflußdichte aufgebaut. Beim FRM II wird das weltbeste Verhältnis von Neutronenflußdichte zu thermischer Leistung erreicht.
- Kühlkreisläufe
Das Brennelement des FRM II wird mit dem normalen (leichten) Wasser des Reaktorbeckens gekühlt. Der geschlossene primäre Kreislauf steht hinter dem Auslauf aus dem Brennelement mit dem statischen Druck im Reaktorbecken im Gleichgewicht. In Wärmetauschern erfolgt die Übergabe der Wärme an ein sekundäres Kühlsystem, in dem die "Anzapfstelle" für die Nutzung der Abwärme liegt. Der Rest der nicht genutzten Wärmeleistung wird einem dritten (tertiären) Kühlsystem zugeführt, das die Wärme über Kühltassen an die Umgebungsluft abgibt.
- Leichtes Wasser
Normales, isotopenreines Wasser hat die chemischen Formel H2O und besteht aus zwei Wasserstoff- und einem Sauerstoffatom. Es wird auch "leichtes Wasser" genannt.
- Leukämie
Leukämie ist eine Erkrankung, die mit einer verminderten Bildung von weißen Blutkörperchen einhergeht. Die Krankheit kann durch mehr als zehn Ursachen (u.a. durch die Einwirkung ionisierender Strahlung) ausgelöst werden.
- Moderator
Die bei der Kernspaltung freigesetzten Neutronen sind schnell. Sie müssen, bevor sie erneut von einem Uran-Atom eingefangen werden können, erst auf thermische Energie abgebremst werden. Dies geschieht schrittweise durch Stoßprozesse im Moderator. Beim FRM II wird als Moderator schweres Wasser gewählt, in dem sich außerhalb der Uranzone - und damit experimentell zugänglich - eine hohe Neutronenflussdichte aufbaut.
- Molekül
Wenn mehrere Atome unterschiedlicher oder gleicher Sorte eine Verbindung eingehen, entsteht ein Molekül.
- Nachwärme
n einem Brennelement entstehen im Laufe der Betriebsdauer radioaktive Spaltprodukte. Diese zerfallen und führen zur Bildung von Nachwärme im Brennelement selbst sowie umliegenden Medium.
- Neutrino
Neutrinos sind kleine, elektrisch neutrale Teilchen, die beim Beta-Zerfall freigesetzt werden und damit den Impulserhalt und das kontinuierliche Spektrum erklären. Neutrinos haben mit Materie eine extrem schwache Wechselwirkung. Sie sind von enormer Bedeutung für die Astrophysik.
- Neutron
Etwa 50% der Materie des Universums besteht aus Neutronen, das sind Elementarteilchen, die zumeist im Atomkern gebunden sind. Freie Neutronen sind nicht stabil, sie zerfallen mit einer Halbwertszeit von ca. 13 Minuten. Dieser Zeitraum ist ausreichend für experimentelle Untersuchungen, bei denen Neutronen als Sonde dienen.
- Neutronenforschung
Neutronen sind ein wichtiges Werkzeug in der Forschung. Sie haben sich nicht nur in der Physik, sondern auch in den Bereichen der Radiochemie, der Medizin, der Biologie, im Umweltschutz und bei der Verbesserung von Analyseverfahren bewährt. In allen Disziplinen liefert die Forschung mit Neutronen wertvolle, mit anderen Methoden nicht erreichbare Erkenntnisse.
- Neutronenquelle
Neutronenquellen dienen dazu, gebundene Neutronen aus Atomkernen in größerer Anzahl freizusetzen. Wenn die Wissenschaftler von einer Hochflußneutronenquelle sprechen, liegt eine Neutronenflußdichte von etwa 5(1014 Neutronen pro Quadratzentimeter und Sekunde vor.
- Niedrigstrahlung
Als Niedrigstrahlung werden Dosisleistungen im Bereich von weniger als 10 mSv/a bezeichnet. Die Dosisleistung, die vom FRM II ausgehen wird, wird mindestens fünf Zehnerpotenzen kleiner sein.
- Nuklid
Ein Nuklid ist eine Atomsorte (zum Beispiel Wasserstoff-3, Uran-238), die durch seine Protonenzahl, Neutronenzahl und seinen Energiezustand charakterisiert wird. Ein Radionuklid ist ein instabiles Nuklid, das spontan ohne äußere Einwirkung unter Aussendung von Strahlung zerfällt (z.B. Wasserstoff-3 [Tritium] in Helium-3). Es sind etwa 1500 verschiedene Nuklide bekannt, die sich auf die 92 natürlichen Elemente verteilen. Davon sind etwa 1200 Nuklide radioaktiv.
- Plutonium
Plutonium ist ein radioaktives, metallisches Element aus der Reihe der "Transurane"; es hat die Kernladungszahl 94 und wird bei Neutroneneinfang aus dem Uran-238 gebildet. Da es zu den spaltbaren Materialien zählt, kann es für die Kernenergienutzung in Reaktoren, aber auch zur Herstellung von Kernwaffen verwendet werden.
- Positronen
Positronen sind die Antiteilchen von Elektronen. Sie haben dieselbe geringe Masse, jedoch entgegengesetzte Ladung. Positronen entstehen beim Zerfall einiger radioaktiver Nuklide oder bei der Wechselwirkung hochenergetischer Gammastrahlung mit Materie.
- Protonen
Protonen sind positiv geladene Bausteine des Atomkerns. Damit mehrere Protonen im Atomkern zusammen bleiben, sind mindestens gleichviele Neutronen erforderlich.
- Radioaktivität
Radioaktivität ist eine Eigenschaft bestimmter Atomkerne, ohne äußere Einwirkung durch Aussenden charakteristischer Strahlung in einen energetisch niedrigeren Zustand überzugehen. Häufig wandeln sie sich dabei in andere Atomkerne um. Kommen diese Stoffe in der Natur vor, spricht man von natürlicher Radioaktivität. Sind sie Produkte erzwungener Reaktionen in Kernreaktoren oder Beschleunigern, spricht man von künstlicher Radioaktivität.
- Radiographie
Als Radiographie bezeichnet man das Verfahren, mit Strahlung ein Objekt zu durchleuchten und abzubilden. Ein Vorteil der Neutronen-Radiographie gegenüber anderen Methoden, beispielsweise Röntgenaufnahmen, ist die Möglichkeit, Unterschiede von Wasserstoffkonzentrationen sichtbar zu machen.
- Radionuklid
siehe Nuklid.
- Reaktorzyklus
Der Reaktorzyklus ist die Zeit, in der ein Brennelement betrieben wird, bis es als abgebrannt angesehen und ausgetauscht wird. Beim FRM II "hält" ein Brennelement ca. 52 Vollasttage. Voraussichtlich werden pro Jahr fünf Zyklen gefahren.
- Redundanz
Zur Steigerung der Sicherheit einer Anlage werden sicherheitsrelevante Komponenten mehrfach eingebaut. Redundanz liegt vor, wenn diese Komponenten gleicher Bauart sind; arbeiten sie nach unterschiedlichen Prinzipien, so spricht man von Diversität.
- Referenzperson
Um die maximal vom FRM II ausgehende Dosis abzuschätzen, wird eine "Referenzperson" definiert: Diese hält sich das ganze Jahr über permanent ohne Dach über dem Kopf am Ort der maximalen Strahlenbelastung auf. Für den Luftpfad ist dieser Ort in Hauptwindrichtung in der Nähe des Zaunes des Reaktorgeländes, für den Wasserpfad flußabwärts von der Einleitungsstelle. Eine solche Referenzperson dürfte sich ausschließlich von auf dem Gelände erzeugten Lebensmitteln ernähren. Die zusätzliche Strahlendosis für diese fiktive Person würde pro Jahr maximal 0,003 mSv betragen. Der gesetzlich zulässige Wert liegt bei 0,3 mSv/a; ein Durchschnitts-Münchner ist einer natürlichen Strahlendosis von 2,4 mSv/a ausgesetzt (siehe Vergleichswerte S. 109). Für die Bevölkerung mit realen Lebensgewohnheiten ist damit sichergestellt, daß sie keinerlei Strahlenbelastung durch den FRM II unterliegt.
- Regelstab
Der Regelstab beim FRM II besteht aus Hafnium, einem stark neutronenabsorbierenden Material. Seine Eintauchtiefe im Zentrum des Brennelementes bestimmt die Anzahl der Kernspaltungen und damit die momentane thermische Leistung des Reaktors. Mit dem Regelstab wird der Reaktor auch abgeschaltet (siehe Abschaltstäbe).
- RSK
- Acronym für:Reaktorsicherheitskommission
Die Reaktorsicherheitskommission (RSK) ist ein im Jahre 1958 gegründetes Beratungsgremium der Bundesregierung. Die Kommission berät den Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Angelegenheiten der Sicherheit von Kernreaktoren und anderen Nuklearanlagen. Die Kommission besteht aus 18 Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachdisziplinen, die in der Regel für drei Jahre berufen werden.
- Schnellabschaltung
Mittels Schnellabschaltung wird ein Reaktor automatisch abgeschaltet und in diesem Zustand sicher gehalten. Beim FRM-II erfolgt die Abschaltung durch Einfahren des zentralen Regelstabes und bei dessen Versagen durch die unabhängigen Abschaltstäbe im Moderatortank. Die Auslösung für Schnellabschaltungen können vielfältiger Natur sein, z.B. das Versagen von Überwachungseinheiten oder eine unzulässige Abweichung vom normalen Betriebszustand.
- Schweres Wasser
Werden im Wasser (H2O) die beiden Wasserstoffatome durch die Wasserstoffisotope Deuterium (D) ersetzt, so erhält man schweres Wasser (D2O). Es wird als ausgezeichneter Moderator und Reflektor für Neutronen verwendet.
- SI
- Abkürzung von:International System of Units
SI ist die Abkürzung von "International System of Units" und bezeichnet das internationale Einheitensystem.
- Spallationsquelle
Bei Spallationsquellen schießt man mit hochenergetischen Protonen auf einen Block aus Schwermetall (Blei oder Uran). Das getroffene Schwermetall wird in viele Bruchstücke zerschlagen. Dabei werden pro Zertrümmerung ca. 10 Neutronen freigesetzt. In der Neutronenbilanz ist die Spallationsquelle ergiebiger als ein Reaktor. Sie ist aber aus vielen Gründen für eine Vielzahl von Experimenten nicht geeignet. Diese sind im einzelnen: Gepulster Betrieb, Neutronenspektrum zu schnell, Neutronendichte zu klein, sehr hoher Energieaufwand, Betriebskosten zu hoch. Um eine Spallationsquelle mit vergleichbarer Neutronendichte zu bauen, müssen viele Komponenten erst noch entwickelt werden.
- Spaltprodukte
Bei der Spaltung von Uranatomen treten Bruchstücke auf, die radioaktiv sind und als Spaltprodukte bezeichnet werden. Die Massenverteilung wird durch statistische Prozesse bestimmt; deshalb tritt eine Fülle von Nukliden unterschiedlicher Halbwertszeit auf. Die Summe dieser Nuklide wird beim abgebrannten Brennelement als Aktivitätsinventar bezeichnet.
- Spektroskopie
Spektroskopie ist die Lehre von Erzeugung, Beobachtung, Registrierung, Ausmessung und Deutung von Spektren. Ein Spektrum ist jede Anordnung von Dingen, Teilchen oder Eigenschaften nach ihrer Größe. In den Naturwissenschaften werden v.a. Strahlungen - Licht, Töne, Elementarteilchen - in Abhängigkeit von deren Wellenlänge, Schwingungsfrequenz, Energie, Masse, elektrischer Ladung oder anderen charakteristischen Größen untersucht.
- SSK
- Acronym für:Strahlenschutzkommission
Die Strahlenschutzkommission (SSK) ist ein 1974 gegründetes Expertengremium von 15 unabhängigen und nicht weisungsgebundenen Wissenschaftlern. Die Kommission berät den Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit bei Fragen, die den Schutz vor Gefahren radioaktiver Strahlung betreffen. In der Regel werden die Wissenschaftler, die aus verschiedenen Fachbereichen kommen, auf die Dauer von drei Jahren berufen.
- Störfallanalyse
Eine Störfallanalyse gibt Informationen über den Ablauf und die Auswirkung von einem Einzelstörfall oder der Kombination von zweien.
- Strahlenarten
Man unterscheidet zwischen Wellen- und Teilchenstrahlung. Gammastrahlung ist - ähnlich wie Licht - eine Wellenstrahlung. Teilchenstrahlung besteht aus meist schnell bewegten materiellen Teilchen wie z.B. Elektronen (ß-Strahlen), He-Kerne (a-Strahlen) oder Neutronen.
- Strahlenexposition
Die Einwirkung ionisierender Strahlung auf den menschlichen Körper versteht man als Strahlenexposition.
Jeder Mensch ist natürlicher Strahlung ausgesetzt. Die innere Strahlenexposition stammt von Strahlenquellen innerhalb des Körpers. Bei der äußeren Exposition unterscheidet man zwischen der Höhenstrahlung (etwa 0,3 mSv/a in Meereshöhe; bei Bergwanderungen oder in einem Flugzeug entsprechend höher) und der terrestrischen Strahlung durch natürliche Radioaktivität auf der Erde. Beispielsweise entweicht Radon-222-Gas als Zerfallsprodukt von in vielen Baustoffen enthaltenem natürlichen Uran, Thorium und Radium. Die Summe aller natürlichen Strahlenexpositionen führt im Münchener Raum zu einer durchschnittlichen Dosis von 2,4 mSv im Jahr.
Zu dieser natürlichen Strahleneinwirkung kommen noch künstliche hinzu, die vor allem aus Anwendungen in der Medizin (z.B. Röntgen) stammen. Sie belaufen sich durchschnittlich auf etwa 1,6 mSv pro Jahr. Siehe auch "Referenzperson" und Vergleichswerte (S. 109).- Strahlrohrkonverter
Der Strahlrohrkonverter stellt z.B. für medizinische Anwendungen oder technischen Tomographie einen intensiven Strahl schneller Neutronen zur Verfügung. Dazu wird im Beckenwasser eine Uranplatte vor die Strahlrohrnase in das Feld langsamer Neutronen geschoben. Die thermischen Neutronen bewirken Kernspaltungen in der Uranplatte, wobei schnelle Neutronen freigesetzt werden (man konvertiert also langsame in schnelle Neutronen).
- Superthermische Quelle
Dies ist eine spezielle Experimentiereinrichtung, die noch langsamere Neutronen liefert als die "Kalte Neutronenquelle". Als Kühlmedium wird flüssiges Helium eingesetzt.
- Sv
- Abkürzung von:Sievert
Nach dem schwedischen Physiker Rolf M. Sievert (1896 - 1966) wurde die SI-Einheit der Äquivalentdosis benannt. Ein Sievert (Sv) entspricht einem Joule pro Kilogramm (1Sv = 1 J/kg).
- Synergismus
Als Synergismus bezeichnet man die sich gegenseitig verstärkende Wirkung verschiedener Schadstoffe oder Effekte.
- Tritium
Tritium ist ein Isotop des Wasserstoffs: Neben einem Proton sind zwei Neutronen im Atomkern vorhanden. Es wird auch als "superschwerer Wasserstoff" oder H-3 bezeichnet. Tritium ist radioaktiv, es zerfällt unter Emission eines Elektrons (ß Strahler) mit einer Halbwertszeit von etwa zwölf Jahren zu Helium. Die biologische Halbwertszeit, also die Zeit, nach der sich in einem Lebewesen nur noch die Hälfte des aufgenommenen Tritiums befindet, beträgt 100 Tage. Tritium wird auf natürlichem Wege durch Höhenstrahlung gebildet. In relativ geringen Mengen entsteht es auch im Schwerwasser-Moderator eines Reaktors aus schwerem Wasserstoff beim Einfangen eines langsamen Neutrons.
- TUM
- Acronym für:Technische Universität München
Abkürzung für Technische Universität München.
- Uran
Uran ist eines der schwersten natürlichen Elemente. Es ist häufiger als Silber und Gold. Viele Gesteine enthalten Uran als Beimengung. Im natürlichen Uran liegt zu 99,3 % das nicht spaltbare Isotop U-238 vor. U-238 ist schwach radioaktiv, es zerfällt unter Ausstrahlung eines alpha-Teilchens (Helium-Atomkern) mit einer Halbwertszeit von rund vier Milliarden Jahren. Größere Lagerstätten von Uranerzen befinden sich in Kanada, Niger, Gabun, Kongo oder den USA, kleinere auch in der Pfalz, dem Erzgebirge, dem Harz und im Schwarzwald.
Das spaltbare Isotop U-235, das sowohl in Kernkraftwerken wie auch Forschungsreaktoren benötigt wird, kommt nur zu 0,7% vor. In technisch aufwendigen Anlagen wird es auf den benötigten Anreicherungsgrad gebracht. Waffenfähigkeit erreichen Uranverbindungen nur, wenn sie eine sehr hohe Dichte erreichen. Dazu ist in aller Regel reines, metallisches Uran erforderlich.- Urananreicherung
Das spaltbare Uranisotop der Masse 235 wird bei Verwendung als Kernbrennstoff angereichert. Für Kernkraftwerke erfolgt die Anreicherung auf 2 bis 4 %, für Forschungsreaktoren ist sie höher. Uran mit einer Anreicherung bis zu 20 % wird als niedrig angereicherter Brennstoff (LEU, low enriched uranium) bezeichnet. Darüber liegende Anreicherungsgrade werden als hochangereichertes Uran (HEU, high enriched uranium) bezeichnet.
- Waffentaugliches (-fähiges) Uran
Für Atombomben verwenden die Kernwaffenstaaten Plutonium und hochangereichertes Uran jeweils in metallischer Form. Der Brennstoff am FRM II wird zwar hochangereichertes Uran-235 sein, liegt jedoch chemisch gebunden als Silizid vor.
- Wiederkehrende Prüfungen
Wiederkehrende Prüfungen werden aufgrund von Rechtsvorschriften, Auflagen seitens der zuständigen Behörden oder anderweitiger Festlegungen in regelmäßigen Zeitabständen durchgeführt. Diese Prüfungen dienen der Kontrolle von Funktion und Zuverlässigkeit von Anlageteilen.
- Zielsetzung FRM II
Der FRM II dient als hocheffiziente Neutronenquelle, die einen hohen thermischen Neutronenfluß außerhalb des Brennelementes bei geringer Reaktorleistung aufbaut. Der hohe thermische Neutronenfluß soll für viele Experimente mit großer spektraler Reinheit zur Verfügung stehen. Andererseits werden am FRM II Sekundärquellen eingesetzt wie Kalte Quelle, Heiße Quelle oder Strahlrohrkonverter, um einige Experimente mit speziellen Neutronenspektren zu beliefern.

