Bau der Mo-99 Bestrahlungsanlage

Schemazeichnung der zukünftigen Molybdän-99 Bestrahlungsanlage innerhalb des Reaktorbeckens. Im Fingerhutrohr befindet sich die Kühlkanaleinheit bestehend aus 2 Kühlwasserzuführungen und 2 Bestrahlungskanälen (Kühlwasserrückführungen), (Schema: P. Jüttner, FRM II).

Nach dem Beschluss zum Einbau einer Mo-99 Bestrahlungseinrichtung in den Moderatortank des FRM II wurde im Februar 2011 das Fingerhutrohr für die zukünftige Mo-99 Produktion in den Moderatortank eingebaut. Das Rohr besteht aus dem langlebigen und bestrahlungsresistenten Reaktorwerkstoff Zirkalloy 4. Mit einem Durchmesser von neun Zentimetern und einer Länge von fünf Metern wird es zukünftig 2 unabhängig beladbare, baugleiche Bestrahlungskanäle aufnehmen und die gleichzeitige Bestrahlung von 2 x 8 sogenannten Plättchen-Targets ermöglichen. Die Targets sind im Abstand von etwa 45 cm zum Brennelement und damit nahe am Maximum des thermischen Neutronenflusses positioniert. Jedes Target ist  mit 20 g niedrig angereichertem Uran (19,75% Anreicherung U-235) beladen.

Im Jahr 2013 erfolgte der Einbau eins 10 t Aufzugs zum Transport der bestrahlten Targets innerhalb des Reaktorgebäudes. Zurzeit werden Be- und Entladung und die Kühlung der Targets an einem 1:1 Modell getestet.

Die Fertigung und Installation sowie die Inbetriebnahme der zukünftigen Mo-99 Bestrahlungsanlage ist für 2018 geplant. Die Gesamtkosten für den Bau der Mo-99-Anlage belaufen sich auf etwa 5,4 Mio €. Zusätzlich werden notwendige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Optimierung der Mo-99 Bestrahlung mit 1,0 Mio € vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert.