Wie wurden Neutronen entdeckt?

James Chadwick (1891-1974) erhielt für die Entdeckung des Neutrons 1935 den Nobelpreis für Physik. (Foto: nobelprize.org)

Der Physiker Chadwick beschoss im Jahr 1932 in einem Experiment Beryllium mit Alphateilchen aus dem natürlichen radioaktiven Zerfall von Polonium. Die daraus resultierende Strahlung hatte hohe Durchdringungskraft durch eine Bleiabschirmung und ließ sich mit den damals bekannten Teilchen nicht erklären.

Unter dem Postulat eines ungeladenen (neutralen) Teilchens, das etwa gleich schwer sein sollte wie ein Proton, hingegen verschwanden Chadwicks Interpretations­probleme ganz zwanglos. So ließen sich seine Ergebnisse im Rahmen der bekannten Naturgesetze, insbesondere der Energie- und Impulserhaltung, erklären.

Der experimentelle Nachweis gelang erst später, besonders Eindrucksvoll im Zusammenhang mit der Entdeckung der Kernspaltung durch Meitner, Hahn und Strassmann an Weihnachten des Jahres 1938.