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Nutzung der Quelle durch Industrie und Behörden
Die Hochflußneutronenquelle FRM II wird zu schätzungsweise 70% für interdisziplinäre Grundlagenforschung eingesetzt werden. Der Rest ist für technisch orientierte Anwendungen vorgesehen. Zu diesem Bereich zahlen gleichermaßen die homogene Dotierung von Silizium, die Bestrahlung von Proben mit dem Ziel der Aktivierungsanalyse oder von Tracer-Experimenten, die Radiographie und Tomographie an technischen Objekten zur zerstörungsfreien Werkstückprüfung und nicht zuletzt die Therapie bösartiger oberflächennaher Tumoren. Der Übergang von Forschung zur Anwendung vollzieht sich kontinuierlich - so z. B. ist die Herstellung von Mößbauerquellen am Reaktor eine reine Routinesache im Rahmen einer Dienstleistung, die Quelle selber wird jedoch in benachbarten Instituten für reine Grundlagenforschung eingesetzt.
Der FRM II ist für technische und industrielle Anwendungen offen. Aus ersten Umfragen bei deutschen Industriefirmen wurde bereits ein Überblick über Interessensgebiete der Industrie gewonnen. Im folgenden sind die Interessen schlagwortartig zusammengestellt:
- Neutronen-Aktivierungsanalyse für
- fehlerfreie Multielementenanalysen,
- Produktionsüberwachungen,
- Verbesserung von Herstellungsverfahren.
- Aktivierung von Proben und Bauteilen für
- Präparateherstellung in Technik und Medizin,
- Tracer-Experimente,
- Verschleißmessungen,
- homogene Dotierung von Silizium für die Halbleiterindustrie.
- Materialuntersuchungen mit den Entwicklungszielen
- höherer Verschleißfestigkeit (Speziallegierungen),
- leichterer Bauweisen (Verbundmaterialien),
- Erschließung neuer Materialressourcen (z. B. Keramik),
- Entwicklung neuer Herstellungsmethoden,
Apparativ werden hierfür außer Probenbestrahlungsanlagen Spektrometer, Kleinwinkelstreumeßplätze und ähnliche Einrichtungen benötigt.
Die Kooperation mit Behörden war in der Vergangenheit am Atom-Ei auf Aktivierungsanalysen als Amtshilfe beschränkt, wobei die Proben zumeist aus dem Bereich der Lebensmittelversorgung stammten. Auch diese Dienstleistung soll am FRM II verstärkt angeboten werden.
Technische und industrielle Anwendungen werden beim FRM II unter anderem die wichtige Aufgabe erfüllen, Forschungsergebnisse effektiv in praktische Anwendungen umzusetzen. Dies führt zu neuen technischen Möglichkeiten und sichert mittelbar Arbeitsplätze in der Industrie.



