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Umgang mit Stickstoff

Eigenschaften

Stickstoff ist ein ungiftiges, farbloses, geruchloses, nichtbrennbares, inertisierend wirkendes Gas, leichter als Luft (Dichteverhältnis Gas/Luft=0,967 bei 1 bar und 15° C).

Beim Umgang mit Stickstoff in engen Räumen (Behälter, Gruben, Schächte Kanäle o.ä.) ist besondere Vorsicht geboten, da Stickstoff den Sauerstoff der Luft vermindert bzw. verdrängt. Stickstoff wirkt ohne Vorwarnung erstickend.

Aufstellung

Bei Aufstellung von Behältern in Räumen ist gute Be- und Entlüftung erforderlich. Behälter und andere enge Räume in denen mit Sauerstoffmangel zu rechnen ist, dürfen nur unter Anwendung einer schriftlichen Erlaubnis und Durchführung der darin vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen betreten werden - siehe auch Unfallverhütungsvorschrift "Allgemeine Vorschriften" (VBG §47 und MG-Merkblätter "Arbeiten in Behältern und engen Räumen" und "Arbeiten in Schächten und Gruben, die mit Flüssig-Stickstoff durchflutet sind".

Abblase und Entspannungsleitungen dürfen nur an Stellen münden, an denen Personen oder Sachen durch austretenden Stickstoff nicht gefährdet sind.

Tiefkalt verflüssigter Stickstoff

Beim Umgang mit tiefkalt verflüssigtem Stickstoff ist zusätzlich folgendes zu beachten:

Erstickungsgefahr kann u.U. bereits in der Nähe von Behälteröffnungen oder beim Hineinbeugen in Behälter bestehen. Verdampfender, kalter Stickstoff ist zunächst schwerer als Luft und kann sich in Bodennähe oder in tieferliegenden Räumen ansammeln.

Stickstoff kann durch seine tiefere Siedetemperatur den Sauerstoff der Umgebungsluft kondensieren. Auf diese Weise können in offenen Flüssig-Stickstoffbehältern unerwünschte Sauerstoffanreicherungen entsteghen. Sauerstoffanreicherungen bilden sich auch an der Außenwand von nichtisolierten Bauteilen, z.B. Rohrleitungen, die mit Flüssig-Stickstoff gefüllt sind. Deshalb dürfen metallische, tiefkalte Bauteile in Kontakt mit der Umgebungsluft nur mit nichtbrennbarten Materialien isoliert werden

Absperrbare Leitungsabschnitte für Flüssig Stickstoff müssen gegen Überschreitung des höchstzulässigen Betriebsdruckes durch Sicherheitsventile oder Berstscheiben gesichert sein.

Werkstoffe

Bei der Auswahl von Werkstoffen für den tiefkalten Bereich ist die Kaltversprödung von organischen Stoffen (z.B. Kunstoffen oder Gummi) und einigen Stählen zu berücksichtigen.

Schutzmaßnahmen

Beim Umgang mit Flüssig Stickstoff ist wegen der Erfrierungsgefahr jeder Hautkontakt zu vermeiden. Schutzschuhe, Schutzhandschuhe und dichtschließende Schutzbrille sin zu tragen

Die Beschäftigten sind über die Gefahren im Umgang mit Stickstoff regelmäßig zu unterweisen

Erste Hilfe

Von kalter Flüssigkeit verletzte Körperstellen müssen sofort mit lauwarmen Wasser aufgetaut werden. Ärztliche Hilfe ist sofort herbeizuführen

Achtung bei durchnäßten oder vereisten Kleidungsstücken: Auftauen und vorsichtig entfernen. Bei Anzeichen von Erfrierungen ist ärtztliche Hilfe erforderlich.