Georg Roth für Engagement am MLZ ausgezeichnet

Für sein großes, langjähriges Engagement zeichnete das MLZ jetzt Prof. Dr. Georg Roth von der RWTH Aachen aus. Mit dem Preis für Instrumentierung und wissenschaftliche Nutzung würdigt das MLZ Roths Verdienste, vor allem um die beiden Diffraktometer mit heißen Neutronen, HEiDi und POLI.

Miniatur und Original: Prof. Dr. Georg Roth (l.) hält die Replik des FRM II, die er von MLZ-Direktor Prof. Dr. Peter Müller-Buschbaum überreicht bekam. © W. Schürmann / TUM

Prof. Dr. Peter Müller-Buschbaum (l) übergibt den Preis an Prof. i.R. Dr. Georg Roth unter Wahrung des Sicherheitsabstands. © W. Schürmann / TUM

Dem Instrument POLI, mit Instrumentwissenschaftler Dr. Vladimir Hutanu, verhalf Prof. Roth maßgeblich zu einem eigenen Neutronenstrahl. © W. Schürmann / TUM

Auch das Instrument HeiDi, hier mit Instrumentwissenschaftler Dr. Martin Meven, betreute Prof. Dr. Georg Roth. © W. Schürmann / TUM

Den Preis, eine Replik des Atoms-Eies und FRM II aus Aluminium, überreichte Prof. Dr. Peter Müller-Buschbaum, Wissenschaftlicher Direktor des FRM II und MLZ, im Rahmen des Universitätsgruppenleitertreffens am 22. September. Georg Roth, der sich Ende Juli in den Ruhestand verabschiedete, hinterlasse „eine große schmerzhafte Lücke“, sagte Müller-Buschbaum in seiner Laudatio.

Der große Verdienst am MLZ Roths war es, die beiden Instrumente POLI, mit polarisierten, heißen Neutronen, und das Einkristalldiffraktometer HEiDi, die sich zunächst einen Strahl heißer Neutronen geteilt hatten, im Jahr 2014 zu trennen. Erfolgreich warb der Aachener Professor dafür und für die Weiterentwicklung der beiden Instrumente über die Jahre insgesamt fünf vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Verbundforschungsprojekte ein. Derzeit laufen an POLI und HEiDi noch zwei von Roth eingeworbene Forschungsprojekte, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert werden. Zusätzlich engagierte sich Georg Roth als Gutachter des Ausschusses für Messzeitvergabe am FRM II und als Dozent beim Lab Course des Jülich Centre for Neutron Science, der in Garching und Jülich jährlich Studenten an die Forschung mit Neutronen heranführt. In den Jahren 2011 bis 2014 war er Mitglied des Komitee Forschung mit Neutronen in Deutschland.

Georg Roth bedankte sich herzlich für den Preis, der gut in seine Sammlung passe, weil er zum Abschied von seinen Mitarbeitern bereits 3-D Modelle der von ihm betreuten Instrumente POLI und HEiDi am MLZ bekommen habe. Vor allem dankte Georg Roth seinen fünf Mitarbeitern am MLZ, der „Kernmannschaft“, sowie den vielen Post-Docs sowie Doktoranden, „die die ganze Arbeit gemacht haben“. In seiner Dankesrede erinnerte Roth auch an seinen Vorgänger Prof. Dr. Gernot Heger, der das Diffraktometer Heidi aufgebaut hatte.

Georg Roth ging nach seinem Studium der Mineralogie und der Promotion an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster als PostDoc an das Department of Materials Science an der Stanford University, USA. Es folgte von 1986 bis 1995 eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Nukleare Festkörperphysik am Forschungszentrum Karlsruhe. Während dieser Zeit habilitierte sich Georg Roth 1993 an der Philipps-Universität Marburg.

1995 wurde Georg Roth auf die Professur für Angewandte Kristallographie und Mineralogie der RWTH Aachen berufen. Hier übernahm er ab 2009 zusätzlich geschäftsführend die Leitung des Instituts für Kristallographie.

Georg Roth ist bereits der zweite Preisträger der MLZ-Instrumentierungsauszeichung. 2019 erhielt Prof. Dr. Götz Eckold von der Georg- August-Universität Göttingen den Preis aus den Händen von Peter Müller Buschbaum.

Weitere Information:

Webseite von Prof. i.R. Dr. Georg Roth