Praktikum für angehende Neutronenstreuer

55 Studenten aus 15 Ländern nahmen dieses Jahr am Labcourse des Jülich Centre for Neutron Science am MLZ teil. Sie lernten Neutronenstreuung in Vorlesungen in Jülich und anhand von Experimenten an der Forschungs-Neutronenquelle in Garching.


Seit Jahren schon ist der Frauenanteil beim Labcourse sehr hoch. Dieses Jahr lag er bei 36 Prozent. © Olaf Holderer / Forschungszentrum Jülich

Die Studenten konnten wegen der Reaktorpause auch an Komponenten heran, die während des Betriebs der Neutronenquelle nicht zugänglich sind, hier an der Kleinwinkelstreuanlage KWS-3. © Olaf Holderer / Forschungszentrum Jülich

Der Laboratory Course soll einen realistischen Einblick in die Experimentiertechniken der Neutronenstreuung geben und das wissenschaftliche Potenzial der Neutronen zeigen. Der theoretische Teil fand in der ersten Woche in Jülich statt, der praktische in der zweiten Woche an zwölf verschiedenen wissenschaftlichen Instrumenten des Heinz Maier-Leibnitz Zentrums in Garching. In kleinen Gruppen konnten die Studenten mindestens fünf der Instrumente kennen lernen. Obwohl aufgrund der ungeplanten Reaktorpause nur Übungen mit bereits gemessenen Daten möglich waren, zeigten sich die Studenten von der Möglichkeit beeindruckt bei den Instrumenten auch Komponenten zu sehen, die während des Betriebs unzugänglich sind.

Studenten verschiedener Fachrichtungen wie Chemie, Physik, Material-, Geo- und Ingenieurs- Wissenschaften, Biologie und aus insgesamt 15 verschiedenen Ländern verfolgten den Kurs, wie Kursleiter Dr. Reiner Zorn berichtet. Mehr als ein Drittel der Teilnehmer war weiblich. Die angehenden Neutronenstreuer sind nun bestens darauf vorbereitet, Messzeit am MLZ zu beantragen, um die experimentellen Möglichkeiten am MLZ für ihre eigene Forschung zu nutzen.

Weitere Informationen:
Der JCNS Laboratory Course fand in diesem Jahr bereits zum 23. Mal statt und wurde erstmals von drei EU-Projekten gefördert: SINE 2020, SoftComp und EUSMI.