Um welche Radionuklide handelt es sich?

Von den etwa 80 natürlich vorkommenden und den über 3000 künstlich erzeugbaren Radionukliden, wie sie in der aktuellen Karlsruher Nuklidkarte zusammengestellt sind, dürfen bei FRM II und RCM ein Bruchteil gehandhabt werden. Diese ca. 200 Radionuklide werden entsprechend ihrer radiologischen Relevanz (Strahlengefährdung) in Gruppen von Radionukliden, sogenannten Nuklid-Vektoren, zusammengefasst. Diese ausgewählten Radionuklide der Nuklid-Vektoren decken hinsichtlich ihrer radiologischen Bedeutung die nicht aufgeführten Radionuklide mit ab. Dadurch wird eine konservative Bewertung erreicht.

Die Nuklid-Vektoren sind im Antrag aufgelistet und berücksichtigt. Es gibt ein externes, unabhängiges Gutachten als Anlage zum Antrag, das das Risiko für eine Referenzperson an der Einleitstelle und eine potentielle Jahresdosis berechnet. Dabei wird dieser Person unterstellt, dass sie sich 1000 Stunden im Jahr an der Einleitstelle aufhält und dort Gemüseanbau betreibt. Die Dosis berücksichtigt auch die Vorbelastung der Isar durch z.B. Kläranlagen. Der Beitrag der Abwässer von FRM II und Radiochemie zur maximalen, berechneten Jahresdosis für diese Referenzperson beträgt bei vollständiger Ausschöpfung der genehmigten Jahresgrenzwerte maximal 3,9 Prozent. Die Jahresdosis, die auf Abwässer der Forschungs-Neutronenquelle und der Radiochemie direkt an der Einleitstelle zurückgehen, beträgt für einen Säugling ungefähr so viel wie beim Hinflug von Frankfurt a. M. nach Las Palmas (Gran Canaria) oder etwas mehr als beim zweimaligen Röntgen von Zähnen.