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Die Zukunft der europäischen Neutronenforschung

Wissenschaft | 29.04.2026

Die Direktoren der deutschen und französischen Neutronenforschungseinrichtungen, darunter Prof. Dr. Christian Pfleiderer und Prof. Dr. Stephan Förster vom MLZ, machten bei einer Paneldiskussion auf der Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) deutlich, dass die Neutronenforschung jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hervorragende Perspektiven bietet.

Die Teilnehmenden und Vorsitzenden des Rundtischgesprächs, von links nach rechts: Julian Oberdisse (Vorsitzender, Universität Montpellier/FR), Stephan Förster (Direktor des JCNS-1/GER), Christian Pfleiderer (Direktor des FRMII und des MLZ/GER), Pascale Launois (Präsidentin der SFN/FRA), Sabrina Disch (Vertreterin der KFN/GER), Frank Schreiber (stehend, Vorsitzender, Universität Tübingen), Arnaud Desmedt (Direktor des LLB/FRA) und Jacques Jestin (wissenschaftlicher Direktor des ILL, FRA/GER/UK). © Christine Papadakis / TUM

Offen für neue Talente 

Ein Panel brachte die Leiterinnen und Leiter bedeutender deutscher und französischer Neutronenforschungseinrichtungen (Heinz Maier-Leibnitz Zentrum (MLZ), Jülich Center for Neutron Science (JCNS), Léon Brillouin Laboratory (LLB), Institut Laue Langevin (ILL)) und Nutzerkomitees (Komitee Forschung mit Neutronen (KFN), Société Française de la Neutronique (SFN)) in Dresden zusammen. Die zentrale Botschaft an die rund 65 Anwesenden war: Neueinsteiger sind herzlich willkommen, da frische Ideen und neue Gastforschende für die europäische Neutronengemeinschaft unerlässlich sind. Die entscheidende Rolle von Neutronen bei der Bewältigung großer gesellschaftlicher Herausforderungen wurde hervorgehoben: von Energie, Klima und Umwelt bis hin zu Gesundheit und kulturellem Erbe – mit konkreten Anwendungen in der Batterieforschung, der Quantentechnologie sowie der Erforschung von Magnetismus, einschließlich Skyrmionen.

Schneller Zugang zu Messzeit 

Um die Hürden bei der Beantragung von Messzeiten abzubauen, verwiesen die Sprecherinnen und Sprecher auf ein breites Spektrum praxisnaher Trainingsschools und schneller Antragsmodelle („rapid access”). Dadurch sei ein Zeitraum von nur zwei bis drei Monaten vom Antrag bis zum Experiment realisierbar. Um den Erfolg von Forschungsprojekten sicherzustellen, empfahlen sie, sich entweder mit erfahrenen Fachkolleginnen und -kollegen zusammenzutun oder sich für eine Beratung direkt an die zuständigen Instrumentverantwortlichen zu wenden. 

Darüber hinaus böten alle Einrichtungen inzwischen Testmessungen für wissenschaftliche Projekte im frühen Stadium im Rahmen der hausinternen Messzeiten oder Zeitkontingente nach Ermessen der Direktoren an, so das Panel. Zudem investierten die Einrichtungen in virtuelle digitale Zwillinge, künstliche Intelligenz und effiziente Datenreduktion. User sollten die Einrichtungen mit bereits vorverarbeiteten Daten verlassen, damit sie sich auf ihre wissenschaftlichen Ergebnisse konzentrieren könnten, statt sich mit technischen Problemen aufzuhalten. 

Gute Perspektiven in Europa 

Bietet die Neutronenstreuung eine sichere Zukunft? Das Urteil der Direktoren lautete: „Definitiv“. Die deutsch-französische Zusammenarbeit schaffe einen lebendigen Arbeitsmarkt für wie dem FRM II/MLZ und dem ILL bis hin zur Mitgestaltung der europäischen Spallationsquelle (ESS) oder dem Aufbau neuer Anlagen wie ICONE in Frankreich. 

Weitere Informationen:

Die Podiumsdiskussion wurde von Christine M. Papadakis (im Namen der DPG) und Benoit Coasne (im Namen der SFP/SCF) organisiert und von Julian Oberdisse und Frank Schreiber moderiert.


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