Entdeckerinnen an der Neutronenquelle

Mädchen und junge Frauen erlebten jetzt die Welt der Naturwissenschaften hautnah. Als eines von insgesamt 17 Projekten brachte der Kurs „Flight, Materials, Radiation“ acht TUM-Entdeckerinnen aus ganz Bayern auch an die Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II).

Am ANTARES-Modell
Am 3D-Modell eines Neutronen-Instruments können die jungen Frauen selbst Hand anlegen. © FRM II / TUM
TUM-Entdeckerinnen
Acht TUM-Entdeckerinnen besichtigten gemeinsam mit den Projektorganisierenden von der TUM, Anna Reif (l.) und Robert Graner (r.), die Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II). © FRM II / TUM
Neutronen-Radiografie-Anlage ANTARES
Doktorand Tobias Neuwirth zeigt den Schülerinnen die Neutronen-Radiografie-Anlage ANTARES in der Experimentierhalle. © FRM II / TUM

 

Fliegen, Materialkunde und Strahlung – mit diesen drei spannenden Themenfeldern beschäftigten sich acht TUM-Entdeckerinnen in einem zweitägigen MINT-Projekt von 02. – 03. August an der Technischen Universität München (TUM). Gleich am ersten Tag ging es an der Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie hoch hinaus: Im Flugsimulator konnten sie ihre Fähigkeiten als Pilotinnen unter Beweis stellen. Anschließend erhielten die jungen Frauen Einblick in die Materialwissenschaften und gossen am Lehrstuhl für Umform- und Gießereiwesen (utg) selbst einen Gegenstand aus Metall.

Wieso, weshalb, warum – viele Fragen zur Neutronenforschung

Der zweite Tag an der TUM stand für die Entdeckerinnen dann ganz unter dem Thema der Neutronenforschung. Dafür besuchten die Schülerinnen, die teils bis aus der Oberpfalz nach Garching angereist waren, die Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz. Bei einer Führung durch den Forschungsreaktor beeindruckte der Blick vom Besucherfenster auf das Reaktorbecken. „Wie läuft eine stabile Kettenreaktion ab?“, „Welche Sicherheitssysteme gibt es?“, „Wie kann man sich ein Physikstudium vorstellen?“ und „Warum ist es im Reaktorgebäude eigentlich so warm?“ – fühlten die interessierten Besucherinnen ihren Begleitern Tobias Neuwirth und Alexander Backs, beide Doktoranden an der Neutronen-Radiografie-Anlage ANTARES, auf den Zahn.

Unzählige Kabel und interessante Instrumente

In der Experimentierhalle besichtigten die Entdeckerinnen anschließend einzelne Instrumente. „Wie kann man bei so vielen Kabeln den Überblick behalten?“ entfährt es einer Besucherin, die von der Anzahl der Instrumente und Experimentieraufbauten überrascht ist. Einen genauen Blick warfen die Nachwuchswissenschaftlerinnen bei ihrem Rundgang auf ANTARES. Mit diesem Instrument können Forschende ins Innere von Metallteilen blicken und die Bewegung von Flüssigkeiten oder Schmiermitteln in diesen Bauteilen beobachten. Die zerstörungsfreie Prüfung ermöglicht es außerdem Risse oder Hohlräume zu entdecken, die von außen nicht sichtbar sind.

Neutronenforschung am 3D-Modell

Und wie sähe eine solche zerstörungsfreie Bauteiluntersuchung in der Realität aus? Das ist schnell erklärt: An einem 3D-Miniatur-Modell von ANTARES konnten die TUM-Entdeckerinnen selbst Hand anlegen und mit einem simulierten Neutronenstrahl aus Licht die Funktionsweise des Instruments nachvollziehen. Der Besuch an der Neutronenquelle bestätigte für einige der jungen Frauen ihren Berufswunsch: „Es wird auf jeden Fall etwas im MINT-Bereich! Das ist einfach spannend.“

 

Weitere Informationen:

TUM Entdeckerinnen ist ein Programm der Technischen Universität München (TUM) zur Nachwuchsförderung in den MINT-Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Die Projekte im Rahmen von „MINT-Erlebnis an der Uni“ werden in den bayerischen Sommerferien an allen Standorten der TUM angeboten. In Mitmachkursen wird Mädchen und jungen Frauen ein Einblick in die unterschiedlichen MINT-Fachbereiche geboten.