MLZ-User-Meeting und DN2020: Meetings ohne Meeting…

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Unter normalen Umständen hätten sich die 405 angemeldeten Teilnehmer des MLZ-User-Meetings und des DN2020 zwischen dem 8. und 10. Dezember in einem Tagungshotel in der Münchner Innenstadt getroffen und bei einer Postersession mit Bier und Brezeln diskutiert, genetzwerkt oder einfach nur mit alten Freunden geplaudert. Leider war dies aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie nicht möglich. An eine Absage war aber nicht zu denken und so entschlossen sich das MLZ und das KFN (Komitee für Forschung mit Neutronen), das die Schirmherrschaft über das DN übernommen hat, auf rein virtuelle Veranstaltungen umzustellen. So wurden an diesen drei Tagen insgesamt 96 Vorträge via ZOOM gehalten.

Daran sind wir mittlerweile alle gewohnt: Der ZOOM-Hintergrund, der allen Teilnehmern angeboten wird. © MLZ
MLZ User und DN 2020 © MLZ
Die DN-Teilnehmer konnten auch einen eigenen ZOOM-Hintergrund wählen. © MLZ

 

Am ersten Nachmittag des Nutzertreffens versammelten sich die Teilnehmer zu den sechs parallelen Workshops der MLZ Science Groups Materials Science, Soft Matter, Quantum Phenomena, Structure Research, Neutron Methods und Nuclear, Particle, and Astrophysics. Sie hatten die Wahl zwischen vielen spannenden Vorträgen zu den unterschiedlichsten Themen: Zoe Fisher (ESS) machte sich auf die Suche nach Enzym-Isoform-spezifischer Ligandenbindung, Steffen Neumeier (FAU Erlangen) erklärte, wie fortschrittliche Charakterisierungstechniken helfen, neuartige Co-basierte Superlegierungen zu entwickeln, Martin Fertl (JGU Mainz) diskutierte Zyklotronstrahlungs-Emissionsspektroskopie im Kontext von Präzisions-beta-Zerfallsexperimenten – und es gab noch so viel mehr!

Der Mittwochmorgen bot die Plenarvorträge des MLZ-Nutzertreffens. Zunächst blickte MLZ-Direktor Prof. Peter Müller-Buschbaum auf das Jahr 2020 hier in Garching zurück und erläuterte, wie sich das MLZ auf Mail-in/ Remote-Experimente vorbereitet: eine wichtige Entwicklung im Rahmen der Pandemie-Situation. Anschließend sprach Susann Schorr (HZB) über Einblicke in strukturelle Unordnung in photovoltaischen Absorbermaterialien mittels Neutronenbeugung. Akira Uedono (Universität Tsukuba) präsentierte den Nutzen der Positronen-Annihilationsspektroskopie, und schließlich beantwortete Julian Oberdisse (Laboratoire Charles Coulomb) die Frage “Wie viel Information steckt in meinen Streudaten?”. Der Bericht über die Arbeit des MLZ-Nutzerkomitees durch seinen Vorsitzenden Adrian Rennie (Universität Uppsala) schloss die Vorträge des Nutzertreffens ab.

Nach einer kurzen Pause begann die DN2020. Traditionell wird während des DN der Wolfram Prandtl Preis verliehen – so auch dieses Mal: Preisträgerin 2020 war Sabrina Disch von der Universität zu Köln für ihre Forschungsergebnisse zu magnetischen Nanopartikeln, die sie in ihrem anschließenden Preisträger-Vortrag vorstellte.

Am Mittwochnachmittag startete die Postersession. 159 Poster warteten auf Online-Besucher. Zu Beginn störten einige Serverprobleme, die aber glücklicherweise kurzfristig behoben werden konnten. Nach diesem holprigen Start gingen die Besucher in die Online-Räume und die Diskussionen an den Postern nahmen Fahrt auf. Am späten Nachmittag nutzten viele Teilnehmer die Räume zum Chatten mit Kollegen.

Der dritte Tag stand dann ganz im Zeichen des DN2020: Er begann mit den Plenarvorträgen von Markus Appel (ILL), Thomas Hellweg (Universität Bielefeld), Nathalie Kunkel (Universität Göttingen), Bastian Märkisch (TUM), Alexander A. Tsirlin, (Universität Augsburg), und Martin Weik (IBS). Nach einer kurzen Pause verteilten sich die Teilnehmer auf drei parallele Sessions, bevor die Veranstaltung mit der Vorstellung des kurz zuvor gewählten 12. KFN abgeschlossen wurde. Die 11. KFN-Vorsitzende Astrid Schneidewind (FZJ) übergab ihr Amt an Frank Schreiber (Universität Tübingen).
Da dies die erste große virtuelle Veranstaltung war, die das MLZ organisiert hat, haben wir die Teilnehmer gebeten, eine Umfrage auszufüllen. Wir freuen uns, dass so viele diese Möglichkeit genutzt haben! Wir erfuhren, dass die Vorträge sehr gut ankamen (sowohl von Seiten der Vortragenden als auch von Seiten der Zuhörer), aber über die Postersession waren die Meinungen geteilt… Wir haben viele Ideen bekommen, wie man eine solche Veranstaltung in Zukunft verbessern kann und sind dankbar dafür.

Wir alle haben das Gleiche vermisst: Das persönliche Treffen, die Geselligkeit, die kleinen Plaudereien mit Leuten, die man zufällig trifft. Deshalb hoffen wir auf bessere Umstände beim nächsten MLZ-Anwendertreffen am 06. und 07. Dezember 2021!