Schokoeis und Supraleiter
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„Wer von euch weiß, was Neutronen sind?“, fragt Pressereferentin Anke Görg die zehn Kinder der Nachbarschaftshilfe Garching, die als Teil ihres Ferienprogramms den Forschungsreaktor besuchen. Mathilde meldet sich. „Das sind Atome“. Fast richtig, denn Neutronen befinden sich in den Atomen, genauer gesagt im Atomkern, wie die Pressevertreterin erklärt. „Wenn ihr euch das Atom so groß wie ein Fußballstadion vorstellt, dann wäre ein Neutron ungefähr so groß wie ein einzelnes Sandkorn auf dem Rasen“.
Damit beginnt die Einführung in die Welt der Neutronen und darüber, wie sie am FRM II für wissenschaftliche Experimente eingesetzt werden. Immer wieder heben sich die Hände der Kinder, die die Wissenschaftler mit ihren Fragen löchern. „Wie viele Neutronen passen auf ein Fußballfeld?“, fragt einer der Jungs. Dr. Tobias Neuwirth muss kurz überlegen. Die Antwort hänge etwas davon ab, wie man die Frage versteht. „Klar ist aber: Es wären unvorstellbar viele“.
Wer steuert den Reaktor?
Wie echte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ziehen sich die kleinen Besucher ihre Laborkittel über, bevor sie das Reaktorgebäude betreten. Dort stellt sich schon die nächste Frage: „Wer steuert eigentlich all die Geräte?“, will Julian wissen.
Um das herauszufinden, geht es hinunter in die Schaltwarte zu den Reaktorfahrern. „Wir überwachen hier alles rund um die Uhr, steuern den Reaktor und führen die ganze Zeit Kontrollen durch“, sagt Schichtleiter Georg Kaltenegger.
Ein schwebender Zug
Bei der nächsten Station heißt es für die Kinder, Schutzbrillen aufsetzen und hinter einer Plexiglasscheibe warten. Wissenschaftler Dr. Tobias Neuwirth hat dicke Schutzhandschuhe an. Und was er aus dem blauen Eimer in eine Schüssel kippt, dampft ordentlich. Die folgenden Experimente mit -200 °C kaltem flüssigen Stickstoff sind das Highlight der Kinder. Besonders spannend ist die Magnetschwebebahn. „Wenn supraleitendes Material stark heruntergekühlt wird, schwebt es über den Magneten und ist in dieser Position mehr oder weniger verankert“, erklärt Tobias Neuwirth. Das Verrückte dabei: Das Ganze funktioniert sogar kopfüber, ohne dass der Supraleiter auf den Boden fällt. Und so schwebt der Zug plötzlich unter seinen magnetischen Gleisen.
Zum Abschluss gibt es noch eine willkommene Abkühlung. Aus Kakao, Sahne und Zucker entsteht mithilfe von Flüssigstickstoff ein leckeres Schokoladeneis. „Echt cool“, ist das Resümee der Kinder.
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