Neutronen statt Alchemie – Spurensuche im Deutschen Museum
Wissenschaft, PGAA |


Lässt sich aus Blei tatsächlich Gold herstellen? Diese ewig währende Frage stellte Dr. Christian Stieghorst in seinem Vortrag im Deutschen Museum. Der Instrumentwissenschaftler für die Prompte Gamma-Aktivierungsanalyse (PGAA) und der Neutronenaktivierungsanalyse (NAA) am FRM II in Garching beschäftigt sich mit schon lange mit Neutronenforschung und bot für einen Abend Einblicke in die vielfältige Welt der Analysemethoden mit Neutronen.
Elementanalyse mit Neutronen – eine vielfältig einsetzbare Methode
Neutronen eignen sich besonders gut für die Forschung, weil sie tief in Materie eindringen, ohne sie zu beschädigen und dabei hochpräzise Messergebnisse liefern. Durch eine Wechselwirkung von Neutronen und Atomkernen wird charakteristische Gammastrahlung frei – und mithilfe dieser Strahlung kann genau bestimmt werden, welches Element in welcher Menge in einer Probe enthalten ist. Diese Methodik wird auch bei der PGAA und der NAA eingesetzt.
Spurensuche nach dem chemischen Fingerabdruck
Die Elementanalyse mit Neutronen findet in unterschiedlichsten Bereichen der Forschung Anwendung: In der Umweltforschung etwa, indem Flechten als „Bio-Monitore“ verwendet werden. „Die Flechten sitzen ja nur ganz zufällig auf dem Baum. Ihre ganze Nahrung nehmen sie nämlich aus der Luft auf – und Schadstoffe gleich mit", erklärt Christian Stieghorst. Diese Stoffe können dann im Labor nach Konzentration und Substanz untersucht werden.
Im Anschluss an den Vortrag hatte das Publikum noch zahlreiche Fragen, die Christian Stieghorst beantwortete. Die wichtigste Frage blieb allerdings: Lässt sich mithilfe von Neutronen aus Blei tatsächlich Gold herstellen? Die kurze Antwort: Leider nicht. Wieso genau, das erklärt Christian Stieghorst in seinem Vortrag, der weiterhin auf Youtube zu sehen ist.
Mehr Informationen
Seit 2016 tritt eine Wissenschaftlerin oder ein Wissenschaftler des FRM II oder MLZ einmal jährlich bei der Veranstaltungsreihe „Wissenschaft für Jedermann“ im Deutschen Museum auf. Zusätzlich zum Vortrag vor Ort ist seit der Corona-Pandemie auch ein Live-Stream geschaltet und die gesamte Präsentation im Nachgang auf den YouTube-Kanälen des Deutschen Museums und FRM II zu sehen.
Michael Hofmanns Vortrag, sowie viele andere Vörträge der Reihe “Wissenschaft für Jedermann”, sind auf YouTube zu sehen.